BMW Motorrad Days 2019 – 40.000 Besucher feiern die „Strich-5“

Auf die diesjährigen BMW Motorrad Days freue ich mich ganz besonders. Die /5 Baureihe feiert nämlich 50-Jähriges Jubiläum und da ich eine wunderbar original erhaltene R75/5 besitze, wurde ich von BMW Motorrad eingeladen, an einem speziellen /5 Rideout teilzunehmen.

Vor drei Jahren habe ich mir meine /5 mit Toaster Tank, Baujahr 1973, gekauft. Es musste genau dieses Modell mit diesem Tank sein. Über 1 Jahr hatte ich gesucht, bis ich mein Schätzchen in Kassel gefunden hatte. Seitdem haben wir ein paar gemeinsame Kilometer zurück gelegt, im bayerischen Oberland, den Pyrenäen und natürlich rund um den Gardasee. Und egal wo wir unterwegs sind – immer wieder sprechen mich Menschen – vor allem Herren mittleren Alters – auf meinen blauen Oldtimer an.

So auch Freitagmittag, als ich auf das Gelände der BMW Motorrad Days fahren möchte. Ich halte vor dem Security-Mitarbeiter, da rennt von links ein Mann auf mich zu und fragt, ob ich das Motorrad verkaufen möchte. Bevor ich ihm antworten kann, ruft ein anderer Herr von rechts: „Ich hätte auch Interesse an deinem Bike!“ „Ha ha nein, die verkaufe ich niemals!“ antworte ich und lache. Ich denke, beide hatten mit dieser Antwort gerechnet denn sie grinsen freundlich zurück. Der Security-Mitarbeiter lässt mich passieren und ich fahre zum Treffpunkt für den Rideout am Classic Zelt. Es sind bereits einige andere Teilnehmer vor Ort. Vor dem Zelt stehen sowohl Original /5 als auch umgebaute Versionen und als große Überraschung ein R nineT /5 Sondermodell in der Farbe blau! Und kein geringerer als Helmut Dähne, Rundenrekordhalter auf der Nordschleife des Nürburgring, wird diese neue nineT fahren. Ich freue mich total, denn Helmut ist unglaublich sympathisch und lustig. Zuletzt gesehen haben wir uns 2017 beim Auerberg Klassik Bergrennen. Wir kommen sofort ins Gespräch und Helmut sieht sich meine /5 an – und nimmt auf ihr Platz. Hinter mir natürlich.

Als weiterer Ehrengast bei der Ausfahrt dabei ist Michael Veith, ehemaliger deutscher Skirennläufer. Michael fährt ebenfalls eine original R 75/5. Dann geht’s auch schon los. Alle steigen auf ihre Bikes und ich höre um mich herum mehrfach ein lautes „KLONCK“ – denn so klingt es, wenn man den 1. Gang bei der /5 einlegt. 12 Männer und ich starten zu einer gemütlichen Runde Richtung Mautstraße Vorderriss. Das Wetter ist herrlich, die Boxer blubbern und nach einer knappen Stunde erreichen wir das Gasthaus Post in Vorderriss, wo wir eine kurze Kaffeepause einlegen. Nur Michael Veith dreht noch eine Extra-Runde – mit der nineT /5 und kommt bei seiner Rückkehr ins Gasthaus aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus! Nachdem wir uns alle ausreichend gestärkt haben, geht es wieder zurück zu den Motorrad Days, denn geplant ist ein ganz besonderer Auftritt: Wir dürfen alle auf die Eventfläche vor der Hauptbühne einfahren und unsere Bikes vorführen. Helmut gibt den Moderatoren ein kurzes Interview, dann erzählt Norbert von BMW Motorrad über das Sondermodell und die verfügbaren Optionen 719. Nach dem Auftritt stelle ich mein Motorrad vor dem BMW Classic Zelt ab. Und hier wird sie auch bis Sonntag stehen bleiben. Denn jetzt wird gefeiert.

Den Freitagabend verbringe ich im neuen Zirkuszelt bei den Berliner Motor Circus Jungs, mit viel Helleluja Bier und cooler Rockmusik. Als um kurz vor 1 Uhr das Zelt geschlossen wird, wechseln wir die Location und ich tanze in der US Lodge weiter. Die Stimmung ist einfach fantastisch und so bin ich erst um 4 Uhr im Bett. Der Samstag beginnt entsprechend spät für mich, gegen Mittag bin ich auf dem Gelände und die meiste Zeit stehe ich am Stand von Ortema bzw. dem Enduro Action Team und unterstütze Robert und Bernd dabei, ihre Trainings zu promoten. Abends dann das gleiche Spiel wie am Tag zuvor: Gemütliches Zusammensitzen im Zirkuszelt, coole Musik, Abtanzen in der US-Lodge und sehr spät ins Bett gehen.

Sonntag sehe ich mir einige Aussteller an sowie die Stuntshows bevor ich mich auf den Heimweg machen möchte. Ich verabschiede mich von allen Freunden aus Berlin, Stuttgart und Garmisch und gehe zum Classic Zelt, um meine /5 zu satteln. Wie es der Zufall will, treffe ich dort wieder auf Helmut Dähne. Er ist ebenfalls im Aufbruch und wir beschließen, zusammen nach München zu fahren. Noch beim Tankstopp in Garmisch fängt es an, wie aus Eimern zu schütten und es weht ein ekelhaft kalter Wind. Helmut hat natürlich Regenkleidung dabei, ich nicht. Ich trage Jeans, Lederjacke, meinen DMD Helm mit Brille und Lederhandschuhe. Helmut sieht mich an und sagt: „Mädel, man fährt doch nicht ohne Regenkleidung los!“ Wenigstens mit meinen neuen Reifen ist er zufrieden. „Aha Conti, der ist gut. Also, bleibst schön an mir dran, ok!“ Na dann, raus in das Unwetter! Wir starten los. An der ersten Ampel halte ich neben Helmut. „Dranbleiben ist näher“, ruft er zu mir rüber. Ich nicke. Klar, verstanden, ab jetzt lege ich an jeder Ampel einen 1A Rennstart hin und klebe am Heck seiner R 80 GS. Der Regen schießt durch die Öffnungen in meinem Helm und es fühlt sich an wie 1000 Nadelstiche. Meine Jeans ist nach wenigen Minuten klitschnass. Doch nach einer halben Stunde sehe ich Licht, helles Licht am Himmel. Wir fahren dem schlechten Wetter tatsächlich davon und kurze Zeit später hört es endlich auf zu regnen. Jetzt ist es nur noch kalt. Egal, ich bin einfach nur mega happy, hinter Helmut zu fahren. Seine Linie. Die Linie eines großen Rennfahrers.

Vor Starnberg biegt Helmut links ab und wir halten am Gut Kerschlach für eine Kaffeepause. Großartige Idee, wie ich finde. Ich bestelle Erbeerkuchen, Helmut Himbeere. Ich wärme mich am heißen Kaffee und wir unterhalten uns natürlich über Motorräder, was sonst. Helmut erzählt mir von seinem Rennmotor, den er reparieren muss. Der Kolben ist gebrochen. Wer den Rennmotor gebaut hat, will ich wissen. „Na ich natürlich, das hab ich schließlich gelernt bei BMW“ sagt Helmut. Hoffentlich läuft seine Maschine bis Oktober zur Auerberg Klassik, denke ich mir.

Wir verabschieden uns, bevor wir wieder auf unsere Mopeds steigen, denn Helmut biegt kurze Zeit später im Kreisverkehr ab. Ich bin 20 Minuten später daheim und parke meine /5 in der Garage und trage meine Tasche in die Wohnung. Wieder liegt ein wundervolles Motorrad-Wochenende hinter mir.

Titelbild: Amelie Mesecke 

Wie die Zeit vergeht!

Genau heute vor einem Jahr haben Roland und ich uns mit 2 Motorrädern von Passau aus auf den Weg Richtung Zentralasien gemacht. Wir hatten knapp 4 Monate Zeit zu reisen und haben es bis nach Kirgisistan geschafft – und wieder zurück nach München und dabei 30.000 km zurück gelegt.

Nicht nur heute – an diesem Jubiläum – sondern jeden Tag seit meiner Rückkehr nach München wünsche ich mich wieder zurück aufs vollgepackte Motorrad mit nur einem Ziel vor Augen: mich mit jedem Kilometer weiter von der Heimat zu entfernen und in fremden Ländern ein neues Zuhause zu finden.

Der Arbeitsalltag hat mich viel zu schnell wieder eingeholt und ich vermisse den Reiz des Unbekannten, die Herausforderungen, sich in einem fremden Land zurecht zu finden, morgens nicht zu wissen, wo ich abends übernachten werde, welche Menschen ich unterwegs treffe, welchen Weg ich einschlagen werde.

Es wird noch ein bisschen Zeit vergehen, bis ich wieder für längere Zeit verreisen kann. Bis es soweit ist, finde ich mein Glück in kleinen Fluchten, z.B. an den Gardasee oder zu Motorrad-Events. Und wenn das Fernweh ganz schlimm wird, dann lese ich einfach in meinem Blog und sehe mir die Fotos an und hole so die schönsten Momente und Erinnerungen wieder zurück.

Und übrigens, genau deswegen schreibe ich weiter, damit ich auch die vielen kleinen Highlights meiner PS gefüllten Freizeit festhalte und mit euch teilen kann.

Aber jetzt gibt’s nochmal einen kleinen Rückblick unserer Reise auf der Seidenstraße:

 

Die Kathl ist da!

Es gibt Nachwuchs in der Pamikaze Garage am Gärtnerplatz: seit heute bin ich glückliche Besitzerin einer nigelnagelneuen KTM 790 Adventure (ohne R). Und das kam so:

Vor ein paar Wochen habe ich bei einem Gewinnspiel von KTM mitgemacht und ich wurde doch tatsächlich als eine von zwei Gewinnern gezogen! Anfang April erhielt ich den Anruf. Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, fragte Kathi, die Mitarbeiterin von KTM, ob das ein verspäteter Aprilscherz sei. Nein, es ist wahr – ich bekomme für diese Saison die 790 Adventure und darf alles mit ihr anstellen, sie auf Herz und Nieren prüfen. Onroad wie offroad.

Heute – drei Wochen später – ist also der Tag der Übergabe. Zusammen mit meiner Mama, die mindestens genauso aufgeregt ist wie ich, fahre ich nach Amberg bei Nürnberg, um das Baby abzuholen. Dort treffe ich auch auf Philipp, den 2. Gewinner. Philipp und ich haben witzigerweise einen gemeinsamen Bekannten: Robert Loschütz vom Enduro Action Team. Was für ein Zufall und wir beschließen, dass wir natürlich sehr bald mit unseren beiden KTMs zu Robert in den Enduropark fahren werden. Aber zuerst müssen wir sie haben, unsere Bikes.

Kathi und Felix vom KTM Marketing machen es spannend. Wir müssen natürlich zuerst die Formalitäten erledigen und bekommen danach eine Führung durch die hauseigene Werkstatt und den beeindruckenden Fuhrpark. So viele KTM und Husqvarna auf einem Fleck. Unglaublich! Dann endlich stehen Philipp und ich vor unseren Bikes. Wahnsinn – ich habe noch nie ein neues Motorrad besessen. Die KTMs stehen blitzblank da. Die erste Sitzprobe zeigt deutlich wie vernünftig es war, dass ich beim Gewinnspiel nicht die „R-Variante“ angekreuzt habe. Ich komme bei meiner „normalen“ Adventure gerade so mit den Zehenspitzen auf den Boden.

Felix gibt uns eine kurze Einführung in die 790 Adventure. Er erklärt uns die Fahrmodi für onroad und offroad inkl. offroad ABS. Die Traktionskontrolle ist abschaltbar, es gibt einen Quickshifter, ein TFT Display und die Möglichkeit, mittels Bluetooth und der KTM App eine Navigationsfunktion zu nutzen. Sehr praktisch. Er erklärt noch, wie wir die Koffer an- und abmontieren, das Windschild verstellen und dann dürfen wir auch gleich los zur ersten Testfahrt.

Eine gute halbe Stunde fahren wir mit Felix durchs Oberpfälzer Hinterland und sofort spüre ich einen wesentlichen Unterschied zu meiner F 650 GS: Die KTM hat deutlich mehr Power. Der Zweizylinder der Adventure leistet ganze 95 PS – das sind 14 PS mehr als bei meiner Zicki. Ich jage die Gänge durch und zack – der Tacho zeigt 130 km/h. Upsi, die geht ja wie die Hölle!

Zurück bei KTM. Philipp und ich setzen unsere Helme ab. Und wir grinsen von einem Ohr zum anderen. Die Saison wird der Hammer!

Es wird langsam Zeit für mich, zurück nach München zu fahren. Der Wetterbericht hat für den Nachmittag Regen gemeldet. Ich hab ja nichts dagegen, im Regen zu fahren, außer es lässt sich vermeiden. Und das möchte ich heute gern. Ich verabschiede mich von Kathi, Felix und Philipp und fahre los – meiner Mama hinterher. Ich sehe, dass sie immer wieder über den Rückspiegel nach hinten schaut. Auf halber Strecke fährt sie auf einen Parkplatz und fragt mich, ob ich mit der Maschine zurecht komme und mich sicher fühle. Meine liebe Mama bewundert mich sehr, dass ich Motorrad fahre, aber wie jede Mama macht sie sich auch immer ein bisschen Gedanken, wenn ich auf einem Motorrad sitze. Ich versichere ihr, dass ich super gut mit der KTM klar komme und wir fahren weiter.

Leider schaffe ich es nicht ganz trocken nach Hause. 70 km vor München erwischt mich der Regen. Aber irgendwie ist mir das dann doch egal. Nichts und niemand kann mir heute meine gute Laune verderben. Schließlich parke ich gerade eine neue KTM 790 Adventure in meiner Garage.