Moto-Pamikaze

2013 habe ich den Motorrad-Führerschein gemacht und seitdem ist meine Motorrad-Leidenschaft etwas eskaliert. Vermutlich hatte ich das Gefühl, alles aufholen zu müssen, was ich in den 20 Jahren ohne Zweirad verpasst hatte.

Bereits nach einem halben Jahr bin ich das erste Mal Offroad in Spanien unterwegs gewesen, saß kurze Zeit später auf der S1000RR als Sozia im sogenannten Renntaxi und tags darauf habe ich selbst ein paar Runden auf der RR in Almeria gedreht. Das war aber eher ein Reinfall und so gar nicht mein Ding. Besser gefallen hat mir das Bergrennen am Auerberg, bei dem ich 2017 und 2019 mit meiner wunderschönen BMW R75/5 starten durfte. Zusammen mit Helmut Dähne – was für eine Ehre!

Seit kurzem versuche ich mich im Flat Track mit einer umgebauten XS 400 und trainiere außerdem gerade für meine erste Rallye, die im September 2021 in Griechenland stattfindet. Dafür habe ich mir eine Beta 390 zugelegt – der jüngste Zuwachs in meinem Fuhrpark.

Die längste und intensivste Zeit hatte ich mit meinem ersten Motorrad, einer F 650 GS. Mit ihr war ich in Schottland, Norwegen, Sardinien unterwegs. 2018 sind wir zu unserer längsten Reise aufgebrochen: Vier Monate Seidenstraße. 30.000 km von Deutschland nach Kirgisistan und zurück. Unsere Route führte durch den Iran, auf dem Pamir Highway an der Grenze Afghanistans entlang, zum brennenden Krater in der Wüste Turkmenistans bis an die Grenze Chinas. Zurück fuhren wir etwas weiter nördlich, durch die kasachische Steppe, am Aral-See vorbei, durch Russland, Georgien und die Türkei bis nach Europa. Trotz der vielen Anstrengungen auf der Reise habe ich fast täglich diesen Blog geführt und ich bin sehr froh, alle Eindrücke und Erlebnisse so detailliert in Wort und Bild festgehalten zu haben. Da der Blog ursprünglich nur für Freunde und Familie gedacht war, ist er sehr ehrlich und privat geschrieben.

Noch heute, 3 Jahre später, zehre ich von diesen besonderen Erinnerungen meiner Abenteuerreise und immer, wenn mich das Fernweh packt, lese ich einen Eintrag aus dem Tagebuch. Und deswegen versuche ich den Blog auch weiterzuführen und berichte von allen möglichen Erlebnissen, wie z.B. der Motor Beach Classic in Los Angeles, vier Wochen Kolumbien mit der KTM 790 Adventure oder auch einer Tagestour durch den Taunus.

Mittlerweile darf ich meine Motorrad-Leidenschaft auch beruflich leben, als Marketingverantwortliche bei Indian Motorcycle für Deutschland und Österreich. Mein Alltags-Motorrad ist eine Indian FTR Rally, die ich für die Fahrt ins Büro oder für Touren durch Europa nutze. Meine Packtaschen passen problemlos aufs Bike und so sind auch Campingtouren mit der FTR ohne Probleme möglich.Irgendwann werde ich wieder zu einer großen Reise aufbrechen – ich höre seit einiger Zeit die BAM und die Road of Bones nach mir rufen. Momentan allerdings genieße die unglaubliche Motorrad-Vielfalt, die mir mein Leben bietet und bin dankbar für die vielen kleinen, täglichen Abenteuer.