Tag 3: Quesos und curvas

Es geht los. Heute starten wir unsere zweiwöchige Tour. Aber erstmal Frühstück. Das Übliche, Waffeln mit Früchten und Trinkschokolade, beides muss ich wieder hart gegen die aufdringliche Hundemeute verteidigen. Danach packe ich meine Taschen. Ich habe extra für den Trip die Reckless 40 Taschen von Mosko Moto besorgt. Das Befüllen der Drybags geht super leicht und auch das Montieren auf der Kathl. Ich bin gespannt wie sie sich auf der Reise so machen.

Hernan wollte um 11 Uhr hier sein, mittlerweile ist es 12 Uhr und kein Hernan in Sicht. Als er endlich ankommt, muss er sich noch umziehen, dann wird erstmal Kaffee getrunken. Um 13 Uhr sind wir startklar. Und es geht direkt heftig los mit den ersten Kilometern offroad – enge, steile Passagen mit grobem Geröll inklusive Wasserdurchfahrt. Level 1 meint Sergio bei einem kurzem Stopp. Ich wiederspreche, das war min. Level 2 europäischer Standard!

Im nächsten Ort, keine 10 km weiter, bemerkt Hernan, dass er die Papiere für das Motorrad vergessen hat. Also dreht er wieder um, aber nimmt den direkten Weg zurück zu Endurolandia, während wir vier an einem Imbiss auf ihn warten.

Alles hier ist mit Fleisch, die Arepas und auch die gefüllten Teigtaschen. Anita bestellt daher Obstsalat für mich. Behauptet sie zumindest, denn ich bekomme kurz darauf ein Dessert, das aus einer riesen Kugel Softeis besteht, garniert mit Erbeer- und Apfelscheiben. Unter dem Eis verstecken sich zwar allerhand weitere Früchte, diese schwimmen allerdings in einer süßen Soße. Nach dem Urlaub muss ich glaub ich erstmal eine Darmsanierung machen, so viel Zucker wie ich hier esse.

Mittlerweile ist auch Hernan wieder eingetroffen und nachdem er sein Fleisch-Taco verputzt hat, fahren wir weiter.

Keine Stunde später der nächste Stopp, der sehr viel mehr nach meinem Geschmack ist: Wir kehren in einer Käserei ein und probieren uns durch deren Sortiment. Von „Mozzarella“ bis „Parmesan“ ist alles dabei, mild, scharf, würzig, dazu gibt es krosses Weißbrot und Aufstriche mit Champignon oder Früchten.

Die heutige Etappe ist nicht lang, keine 100 km, aber da wir mehr als die Hälfte davon auf losem Untergrund fahren, sind wir noch einige Zeit unterwegs. Bisher bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem TKC 80, ich fühle mich relativ sicher. Einzig der Luftdruck ist für offrod zu hoch, dafür kann ich die Kathl auf Asphalt easy in die Kurven drücken. Und das sind einige. Es macht unglaublich Laune, hinter Sergio herzujagen.

Am frühen Abend erreichen wir Sonson und checken im Hotel Maravilla ein. Der Eingang ist so schmal, dass man nichtmal einen Drybag quer durch tragen kann. Doch sobald man die steile Treppe nach oben gestiegen ist, steht man in einem riesigen überdachten Innenhof, von dem an drei Seiten die Zimmer weggehen. Links im Innenhof steht ein geschmückter Weihnachtsbaum, gegenüber ist eine kleine Kaffee-Ecke mit Bartischen eingerichtet. Die Nacht kostet 45.000 Pesos, also ca. 12 €/Person.

Während die anderen Essen gehen, entscheide ich mich, im Bett zu bleiben und zu schreiben. Ich hab seit Ankunft in Kolumbien eine Erkältung, oder Nachwirkungen vom Party-Wochenende oder ich bin allergisch auf die Hunde oder es ist eine Mischung aus allem. Daher will ich mich lieber erholen, um bald wieder 100% fit und einsatzbereit zu sein.

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